Zeiten ändern dich
Vor einer Handvoll Tagen feierte ich wieder einmal Geburtstag. Mittlerweile verbringe ich schon ein Vierteljahrhundert auf dieser Erde. Das ist irgendwie erschreckend. Erschreckend deshalb, weil die Zeit doch so schnell vergeht. Gerade erst dachte ich an dieser Stelle noch über meinen vierundzwanzigsten Geburtstag nach, gerade erst beendete ich das Gymnasium, gerade erst besuchte ich noch die Sekundarschule, fuhr ein Puch-Töffli und kotzte ob meines ersten Suffs den Boden meines Zimmers voll.
Ja wenn ich über die Zeit und das Leben nachdenke, so scheint die Zeit im ersten Augenblick furchtbar schnell zu vergehen, ohne gross Spuren zu hinterlassen. Dann aber, im zweiten Augenblick, erscheint mir doch alles anders. Nur schon alleine, wenn ich darüber nachdenke, was ich seit meinem letzten Geburtstag alles so erlebt habe. Oder wenn ich in mich kehre und mich frage, wie es mir so geht – dann kann ich diese Frage seit einiger Zeit mit gut beantworten.
Das war in der Vergangenheit nicht immer so. Melancholie und das Gefühl im Leben zu kurz zu kommen, prägten mein Leben und auch mein Schreiben hier auf diesem Blog. Gleichsam drängte sich mit der immer seltener werdenden Melancholie eine nicht unwichtige Frage auf - wie weiter mit diesem Blog? Die Figur des «Monsieur Croche» war ja eben zu einem nicht geringen Teil das Produkt der Melancholie des hinter ihm stehenden Schreiberlings. Wie also weiter? Kann «Monsieur Croche» ohne Extraportion Melancholie überhaupt existieren? Wird die Figur des Monsieur Croche mich als Schreibenden nicht immer wieder in die Rolle des Melancholikers zurückwerfen?
Nun, ich brauchte ein wenig Zeit, um mir darüber im Klaren zu werden. Aus Tagen wurden Wochen und aus Wochen wurden gar Monate. Das Warten hat sich aber gelohnt. Zumindest für mich, denn mittlerweile ist mir klar geworden, wie es weitergeht. Zu allererst: Es geht weiter. Hätte ja auch anders sein können.
Und dann – nun kurzum gesprochen soll Monsieur Croche farbiger, fröhlicher und umfangsreicher werden. Wo ich früher Monsieur Croche dazu manipulierte, um mir die Melancholie vom Leibe zu schreiben oder manchmal auch, um in ihr zu baden, war das Schreiben ein therapeutischer Selbstzweck. Ich möchte von dieser Form des Schreibens Abstand nehmen, zumal es einfach auch keine Notwendigkeit hierfür mehr gibt. Stattdessen möchte ich vermehrt unterhalten/informieren und einen Schritt weg von klassischen Croche-Themen wagen. Oberflächlich wird’s deswegen aber nicht – ach ihr werdet schon sehn…
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One Response to Zeiten ändern dich
find ich gut!