Wie Grossbanken von der Linken profitieren
Seitdem die Nationalbank im Herbst 2008 die UBS vor der Insolvenz retten musste, wettern linke Politiker hierzulande (aber auch anderswo) gegen implizite Staatsgarantien (“too big to fail”), Bankerboni und verlangen eine straffere Regulierung des Bankensektors. Die Grossbanken machen sich diesen Umstand zu Nutze und argumentieren mit Hilfe geschickter PR-Arbeit, dass alle Kritiker des gegenwärtigen Status Quo dem linken, marktfeindlichen Lager zugeordnet werden können. Auch wenn dies Humbug ist und die “too-big-to-fail”-problematik nicht eine Frage von linker oder rechter Ideologie, sondern schlichtweg eine Frage Vernunft ist. Ein gescheiter Schachzug der Grossbanken, der den gegenwärtigen Reformbemühungen Wind aus den Segeln nehmen dürfte.
Passende Literatur hierzu: Das Magazin “Unter Heimatschutz”
This entry was posted in Politik and tagged CS, Finanzwirtschaft, Grossbanken, Linke, Nationalbank, PR, Reformen, TBTF, UBS. Bookmark the permalink.
2 Responses to Wie Grossbanken von der Linken profitieren
Der Titel suggestiert ja fast, dass die Linke mitschuldig ist an der Verweigerungshaltung des Parlaments, die an Apathie gleicht. So könnte gleichwohl behauptet werden, dass die USA durch ihre Attacken gegen das (fragwürdige) Bankgeheimnis der UBS neuen Rückhalt in der Schweiz gab. Natürlich besteht auch hier eine beschränkte Korrelation – aber gleich daraus zu folgern dass die UBS durch die Forderungen der amerikanischen Gerichte profitiert wäre schlicht falsch. Denn der weltweite Image schaden (United Badits of Switzerland) hebt diesen kleinen zuwachs an nationaler unterstützung bei weitem auf. So verhält es sich auch bei der harschen, andauernden Kritik von linker Seite. Dass sich die Regierung zu keiner Regulierung traut, zeugt eher von fehlendem Rückgrat bürgerlicher Politiker, deren Abhängigkeit von den Grossbanken beziehungsweise dem Einfluss von Economiesuisse.
Ergänzende Literatur dazu: http://dasmagazin.ch/index.php/die-heimliche-macht-des-geldes/
http://www.woz.ch/artikel/2010/nr32/schweiz/19616.html
Ja gut, der Titel ist wohl nicht so glücklich gewählt und ich wollte das auch gar nicht werten, sondern bloss darstellen, wie die Grossbanken den Spiess umzudrehen versuchen