Monsieur Croche

14. November 2011

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Der moderne Kapitalismus braucht Menschen, die in grosser Zahl reibungslos funktionieren, die immer mehr konsumieren wollen, deren Geschmack standardisiert ist und leicht vorausgesehen und beeinflusst werden kann. Er braucht Menschen, die sich frei und unabhängig vorkommen und meinen, für sie gebe es keine Autorität, keine Prinzipien und kein Gewissen – und die trotzdem bereit sind, sich kommandieren zu lassen, zu tun, was man von ihnen erwartet, und sich reibungslos in die Gesellschaftsmaschinerie einzufügen; Menschen, die sich führen lassen, ohne dass man Gewalt anwenden müsste, die sich ohne Führer führen lassen udn die kein eigentliches Ziel haben ausser dem, den Erwartungen zu entsprechen, in Bewegung zu bleiben, zu funktionieren und voranzukommen.

— Erich Fromm: Die Kunst des Liebens

11. November 2011

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Herbstmusik-Playlist

Irgendwie mag ich diese Jahreszeit. Das Laub fällt langsam von den Bäumen und zaubert die schönen Farben des Herbsts auf die Gehsteige. Oft ist’s draussen grau und es geht ein kühler Wind; man freut sich auf einen warmen Tee und eine gute Lektüre. Man kuschelt sich im Bett oder auf dem Sofa in eine warme Decke, zündet die Duftkerzen an; im Hintergrund läuft dezent Musik, die diese wunderbare Stimmung abrundet. Was dann laufen würde, würde sich ungefähr so anhören. Weitere Vorschläge und Wünsche bitte in den Kommentaren angeben :)

10. November 2011

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Die Katzengaggi-Männer von der Blick-Redaktion

Der Blick hat in unserer Wohngemeinschaft eine grosse Bedeutung; wir sind nämlich alle grosse Blick-Fans! Nicht nur, dass wir ihn täglich lesen, nein wir tapezieren sogar unsere Wände damit und reinigen unseren Allerwertesten damit! Vielleicht mag sich nun jemand verwundert die Augen reiben und weshalb fragen; der Grund hierfür ist simpel – nichts unterhaltet so gut, wie die fantasievollen Kosenamen, welche die Blick-Redaktion den Bösewichten des Alltags zu vergeben pflegt.

Erst vor kurzem musste ich beim Lesen des Petarden-Trottels von Rom so richtig laut losprusten und da beschloss ich, einmal einige der besten Kosenamen zusammenzutragen, die man sich beim Blick so einfallen liess:

Ich sehe schon, ich muss diese Liste in nächster Zeit unbedingt fortführen :)

8. November 2011

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Infantile Liebe folgt dem Prinzip: «Ich liebe, weil ich geliebt werde». Reife Liebe folgt dem Prinzip: «Ich werde geliebt, weil ich liebe.» Unreife Liebe sagt: «Ich liebe dich, weil ich dich brauche.» Reife Liebe sagt: «Ich brauche dich, weil ich dich liebe.»

— Erich Fromm, Die Kunst des Liebens

5. November 2011

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Miro Coiffeur: Günstig und gut

Vor Coiffeurbesuchen graut mir in der Regel. Dies nicht deshalb, weil ich Haareschneiden unnötig finden und lieber wie ein Hippie aussehen würde. Nein, nein, ganz im Gegenteil – ein gepflegtes Äusseres ist mir wichtig. Nur leider sind diese Coiffeur-Besuche meist mit der lästigen Tatsache verbunden, dass die Coiffeuse einen in seichten Small-Talk verwickelt.

In solchen Fällen, muss ich dann jeweils erklären, dass ich nicht Bundesrat werden möchte, obwohl ich Politik studiere. Leider bin ich dann jeweils zu anständig und mime nicht den Griesgram, um den Tratsch mit der Coiffeuse zu entfliehen. Nein, stattdessen spiele ich schön brav mit und lasse mich auch dazu hinreissen, über das Wetter zu schimpfen (obschon mir das eigentlich hans was heiri ist).

Auf jeden Fall habe ich neulich einen super Coiffeur entdeckt, der freundlich ist, seinen Job sauber erledigt, sich nicht über’s Wetter auslässt und erst noch für fast gratis die Haare schneidet (20.- Haare schneiden / 25.- Haare waschen und schneiden). Der Mann heisst Miro und nennt – wie kreativ – seinen Salon Miro Coiffeur.

Jaja, ich weiss, eigentlich ist das jetzt nicht so weltbewegend, als dass man darüber bloggen müsste. Aber vielleicht sucht ja mal jemand auf Google nach einem günstigen Coiffeur in Zürich und ist dann froh über meine Empfehlung. Für Studenten ist Miro auf jeden Fall ein Geheimtipp; ist sein Salon doch nur ein paar Hundert Meter von der Uni entfernt und erst noch unschlagbar günstig.

1. November 2011

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Bereit für Lund

Mach was aus deinem Leben, Junge! Tu was, ey!

Es war ein schöner Sommerabend auf dem Land. In der Luft der Duft von Heu. Ich verbrachte einige Tage im Haus meiner Eltern; sie waren verreist. Und da ich gerade nichts Besseres zu tun hatte, besuchte ich die verschiedenen Orte, an denen ich als Kind und Jugendlicher meine Freizeit zu verbringen pflegte. Ich kam vorbei am Bach, in dem wir immer Steine zu Staumauern auftürmten, überquerte den Bolzplatz auf dem wir jeweils kickten, bis es dunkel wurde, kam vorbei am Pumpwerk, hinter dem wir unsere ersten Bierflaschen kippten und landete irgendwann bei meinem alten Oberstufenschulhaus.

Ich stand vor der verschlossenen Eingangstür des Hauptgebäudes und die Sommerluft mischte sich nun mit dem Duft eines Bodenreinigers. Schlagartig rief dieser altbekannte Geruch so manche verloren geglaubte Erinnerung in mir wach und ich fühlte mich plötzlich wieder so, als würde ich hier jeden Tag zur Schule gehen. Dennoch war mir klar, dass wir nun das Jahr 2010 und nicht mehr das Jahr 2000 schrieben. Wie die Zeit doch vergeht!

Ich begann zu bereuen. Ich bereute all jene Dinge, die ich als Oberstufenschüler niemals tat. Ich bereute all die nie gemachten Dummheiten. All die nie gemachten Fehler; wo Fehler schwer wiegen, wiegt Reue das Zigfache! Meine Hand ballte sich zu einer Faust und schlug zuerst fast unmerklich gegen den Holzrahmen der Türe. Dann stärker und nochmals stärker. Aber nie fest genug, als dass sich jemand daran hätte stören können.

Langsam und Kopf schüttelnd bewegte ich mich fort vom alten Schulhaus. Dabei murmelte ich unentwegt diese Satzfragmente vor mich hin: «Mach was aus deinem Leben, Junge! Tu was, ey!» Ich glaube es war der Moment, wo ich zum ersten Mal bis ins Mark spürte, dass das Leben nicht denjenigen bestraft, der hinfliegt, sondern denjenigen, der nicht wagt.

Von diesem Tag an lebte ich bewusster und versuchte mir darüber im Klaren zu werden, was ich wirklich vom Leben wollte. Ich erkannte, dass ich meine ureigenen Wünsche häufig unterdrückte, da sie Mut erforderten. Mut, den ich nicht zumeist hatte. So ging ich den Weg des geringeren Widerstandes – doch er machte mich nicht glücklicher.

In mir reifte die Erkenntnis, dass ich nur wachsen könnte, wenn ich meinen Ängsten begegnen würde. Und so fasste ich den Entschluss, von hier weg zu gehen; ich werde an einem anderen Ort studieren. Genauer gesagt in Lund/Schweden. Heute habe ich meine Anmeldung an die zuständige Person weitergereicht und wenn alles gut geht, werde ich schon in etwas weniger als einem Jahr in Schweden studieren. Bereits jetzt schon bin ich unheimlich aufgeregt und gleichzeitig voller Vorfreude und Dankbarbkeit für diese Chance!