Gebt uns «Jung, Wild & Sexy» zurück!
Die erste Staffel der Übersendung «Jung, Wild & Sexy» erstreckte sich nur gerade einmal über drei Folgen. Während diesen Folgen haben wir einiges für’s Leben gelernt! So zum Beispiel, dass Bauland das Wichtigste ist (1:51), dass Kokain auch Puderzucker sein kann (3:13) oder wie man mit dem scharfen Blick Fütz aufreisst. Und jetzt? Tja, ob es mit der Hartz-IV-Serie weitergeht, steht noch in den Sternen. Die Zurückhaltung von 3+-Senderchef Dominik Kaiser ist eigentlich unverständlich, die Quote stimmt, die Sendung ist unter den jungen Leuten in aller Munde und die Seriendarsteller sind auf dem besten Weg dazu Teil der Schweizer Cervelat-Prominenz zu werden.
Was also lässt Kaiser zögern? Ist es die Kritik etlicher Medien und selbstverliebter Medienmacher von wegen verblödender TV-Formate (Wow! diese Kritik ist neu) oder löste der Aufschrei einiger Präventionsstellen von wegen problematischem Alkoholkonsums Bedenken aus (Alkohol = Böse. Böööööse!) ooooder hat ein Tagi-Statement vom Psychologen für alle Fälle, Allan Guggenbühl, (O-Ton: Die Sendung gibt die Darsteller der Lächerlichkeit preis und macht sie zu Opfern ihrer eigenen Naivität) den Senderchef zum Nachdenken gebracht? Man weiss es schlichtweg nicht. Ist letztlich aber auch egal; ich möchte hier jedenfalls eine Lanze für die Serie brechen!
«Jung, Wild & Sexy» ist essentiell für uns geschundenen Lehrlinge, Studenten und Arbeitskräfte. Die Serie ist Amphetamin für unseren abgestumpften Geist, ist Brot & Spiele der Moderne. Sie lässt uns Menschen dabei beobachten, wie sie peinliche Dinge tun, die wir uns nicht zu tun getrauen, weil wir dafür zu feig oder zu gehemmt sind. Oder sie lässt uns in Fremdscham vergehen , unsere niederen Triebe ausleben und unseren ganzen Hohn und Spott über die Tobis, Günays und Kasis vergiessen.
Dass die Serie zu einem nicht unerheblichen Teil gestellt war (klick und klick) ist uns egal und auch dass der eine oder andere Darsteller wegen der Sendung aus Maul kriegt oder die Lehrstelle verliert, nun ja, that’s part of the game baby. Die Darsteller solcher Doku-Soaps sind Gladiatoren der Neuzeit, die uns während den permanenten Zeiten von Brot & Spiele mit ihrer Dummheit, ihrer primitiven Art und ihrer Naivität belustigen. So können wir Dummen uns über die noch dümmeren lustig machen und uns dabei klug fühlen. Den Gladiatoren winkt dabei der Preis grosser medialer Aufmerksamkeit und möglicherweise gar die Adligung in den Stand eines Schweizer Cervelat-Promis. Oder aber es droht den Gladiatoren der Hohn und Spott des Pöbels und mit ihm die Hinrichtung auf dem medialen Schaffott. Am Ende entscheidet der Pöbel über das Schicksal der Gladiatoren, genau so wie damals im alten Rom. Die Zeiten ändern sich, der Mensch bleibt gleich.
Deshalb hier der Facebook-Gruppe beitreten und 3+ klarmachen, dass wir noch viel mehr junge, wilde und sexy Deppen sehen wollen!
In anderen Blogs
- emm «Jung, Wild & Sexy»
- Natalies Welt «Jung, Wild und hohl – ups – sexy.»
- Sascha Krähenbühl «Hose abe, Bei breit!»

6 Responses to Gebt uns «Jung, Wild & Sexy» zurück!
Die Nichts-Sagen-Taktik ist genial und geht offensichtlich auf: Jeder diskutiert über eine Serie, die bereits abgesetzt wurde. Und vom anhaltenden Hype profitiert letztendlich Hauptsächlich wieder 3+ – Bravo
Ja die läuft wirklich ziemlich gut und ich wollte auch noch ein wenig auf den Zug aufspringen
Ich bin wirklich gespannt, ob sie die Serie weiterhin produzieren, denn es steht eigentlich ausser Frage, dass die Serie in Sachen Einschaltquoten und Reichweite ziemlich geil abgeht. Das einzige Problem ist moralischer Natur; Menschen machen sich freiwillig zu Deppen (weil sie zu naiv, blöd, was weiss ich sind) und verbauen sich u.U. ihre Zukunft damit. Für den Senderchef besteht also das delikate Dilemma Quote vs. Moral
Moral, ey sorry was isch das?
Andernorts lässt man millionen Liter Öl ins Meer blubbern, lässt man mit der einen Hand Menschen verhungern und kippt mit der anderen tausende Tonnen Lebensmittel weg, lässt man sogenannte Volksfeinde hinrichten und darf sich internanionaler Beliebtheit freuen.
Also wie war das mit Moral?
Ist mir ehrlich gesagt Wurscht wenn sich so ein Haufen Deppen, die eh notorische Loser sind, sich noch mehr verarschen lassen.
Die einzige Problematik die ich sehe ist, dass es da draussen solche Kerle in Ech tgibt und die fühlen sich jetzte noch geiler bei dem was sie machen. Oder sie fühlen sich darin bestätigt. Und die kleinen Brüder probieren schonmal die Tube Haargel aus.
Ladi dadi daaa
Klar ist es schlimmer, wenn anderswo Menschen verhungern oder das Meer vergiftet wird.
Ich hab meinen Post einfach bloss auf die Darsteller bezogen; die sind häufig einfach chübelblöd und müssen in gewisser Weise sogar vor sich selbst geschützt werden. Für die 15 Minuten Fame sind sie bereit (fast) alles zu machen und denken keine Sekunden über die Spätfolgen ihres Handelns nach (siehe der Typ, der seine Lehrstelle verloren hat). Es wäre deshalb wohl moralisch richtig die Sendung nicht weiter zu produzieren.
Wenn man die Sendung trotzdem weiter produzieren würde, dann wäre das in meinen Augen einfach ein wenig unmoralisch bzw. es würde den Zynismus der TV-Branche unterstreichen und deshalb bin ich ziemlich gespannt, ob das Format weiterhin produziert wird. Mein Instinkt sagt mir, dass sie weitere Folgen produzieren werden.
Aso ehrlichxeit dänki er weiss selber nöd was er söll mache will er sälber überrascht isch vom grosse Erfolg vo de Serie
Danke, dassd eus in Blogroll ufgnoh hesch
Grüessli
Jeannine
Die Sendung wird übrigens fortgesetzt (http://www.20min.ch/people/schweiz/story/16894265). Senderchef Kaiser begründete den Entscheid so: «Wir möchten noch mehr über die Schweizer Jugend erfahren. Und natürlich hat auch der Erfolg dazu beigetragen, dass wir weitermachen» Die Gewichtung der Gründe für die Fortsetzung war wohl eher 90% Erfolg, 10 % mehr über Jugend erfahren, aber tant pis