Dorfschönheiten
Hin und wieder verschlägt mich etwas nach Rüti. Meist ist es irgendeine Kleinigkeit des Alltags, die erledigt werden will. Einkaufen, die Papeterie aufsuchen, whatever. Und obschon ich in Dürnten aufgewachsen bin, hatte ich zu Zeiten meiner Jugend mehr Bekannte in Rüti als in Dürnten selbst. Dies kam daher, da ich im lokalen Fussballclub schlecht gepumpte Bälle kickte.
Wenn ich also in Rüti bin, kommen mir gleichsam immer wieder die Räubergeschichten in den Sinn, welche wir 14-Jährige Rabauken uns so damals erzählten. Frisierte Töfflis, Joints, Alkohol und natürlich die Dorfschönheiten. Die mit den Riesenbrüsten oder die, die wie Nelly Furtado aussah und die, die angeblich die wildesten Sexpraktiken beherrschte. Diese frühreifen Mädchen machten mir Grünschnabel damals ziemlich Angst. Sie wirkten auf mich so erwachsen. So, als hätten sie bereits alles in der Welt gesehen. Sie durchliefen ihr Leben im Eilzugtempo.
Heute seh’ ich die eine oder andere Dorfschönheit von damals in der Migros beim Einkaufen. Den Kinderwagen vor sich herschiebend und im Gesicht ein Ausdruck, der irgendwie von Stress und Enttäuschung zeugt. Wenn’s gut ging, ist in der Nähe irgendwo der Kindsvater. Lief’s schlecht, zieht sie den Kleinen alleine gross.
Ich muss dabei innerlich lachen. Nicht über ihr Schicksal, sondern darüber, wie die Dinge doch gleich bleiben. Denn schon damals konnten sie nicht früh genug erwachsen werden und waren überall zuvorderst mit dabei. Und heute, mit 23 Jahren, erwarten sie bereits das zweite Kind, während ich noch in Hörsälen vor mich hingammle und mich – oh wie kindisch – an den freien Wochenenden betrinke.
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4 Responses to Dorfschönheiten
Hauptsach geili Tötz!
zum glück können wir schwulen so schnell wir wollen erwachsen werden und bekommen dennoch keine kinder.
was d fape isch schwanger?
Wie gerne ich doch in Rüti gewohnt habe! 5 Jahre “Rüti-Experience” … das war cool! Kulturenflickenteppich par excellence, aber sowas von!