Die Spielgemeinschaft
Es fiel sanfter Regen und der Himmel über Wald war wolkenverhangen und trist. Mancher möchte wohl sagen ähnlich trist, wie die Zukunftsperspektive jener jungen Männer, die dort unter der Überdachung des Bahnhofs standen. Ja unter diesem Dach, dort stehen sie eigentlich immer. Bei Tag, bei Nacht, Mittwochs wie auch Sonntags. Und ausser dort herumzustehen, tun sie eigentlich nichts.
Doch an diesem tristen Tag schien alles anders zu sein. Ihre Gemüter waren von einer sonderbaren Spannung ergriffen. Zu sechst standen sie um einen andern herum. Dieser hielt irgendetwas in seinen Händen und bearbeitete es mit schnellen Bewegungen. “Hey zeig mal! Gahn ufd Site!” rief dabei einer und drängte einen Anderen bei Seite. Der Beiseitegeschobene reagierte: “He was söll das du Hueresohn!?” Eine Antwort auf seine Frage erwartete er wohl selbst nicht.
Dann kehrte eine seltsame Stille ein. Einzig ein kratzendes Geräusch ging von der Gruppe aus. Immer wieder dasselbe Kratzen, eine kurze Pause und erregtes Geflüster. Diese Stille hatte schon fast etwas Bedrückendes an sich. Doch dann plötzlich schrien alle auf: “Neei! Scheisse monn!” und derjenige mit dem Los in der Hand schimpfte: “Nur na ein Feld, dänn hetti 160’000 Schtutz gunne monn!”
Einer seiner Kumpel redete daraufhin belehrend auf ihn ein: “Ja das macheds’ denks extra, ey!” Doch der Spielende liess sich davon nicht beeindrucken und wollte sich am Kiosk gleich noch ein weiteres Los holen. “Nei mach das nöd!” mahnte ihn sein Kumpel. Der Andere, schon halb hinter der Ecke verschwunden, meinte nur lapidar: “Ich han hüt scho 30 Schtutz usgä, isch jetzt au scheissegal, monn” und verschwand. Derweil wurde der Regen stärker und die jungen Männer taten wieder das, was sie eigentlich immer tun – nichts.
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2 Responses to Die Spielgemeinschaft
gibs zu der text ist über dich
Denkst du ernsthaft, ich könnte mir einen Lottoschein leisten?! Von sowas kann ich nur träumen!