Monsieur Croche

23. Mai 2010

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Der Duft der Jugend

Es ist Rückkehr, die eben doch nicht ganz eine Rückkehr ist. Die letzten Tage habe ich im Haus meiner Eltern zugebracht. Auf den ersten Blick scheint alles noch beim Alten zu sein und doch hat sich seit meinem Auszug vor etwas mehr als zwei Jahren einiges verändert. Mein ehemaliges Zimmer ist nun einem mehr oder weniger kahlen Büroraum gewichen und auch sonst haben sich einige Veränderungen zugetragen, die sich eigentlich schon seit Jahren angekündigt haben. Und nun sitze ich hier in meinem alten Zimmer und denke an die damalige Zeit. An meine Jugendjahre. In der Abstellkammer liegen noch etliche Dokumente, Schriftstücke und Unterlagen aus meiner Kantonsschulzeit herum. Hier noch einige Fotos, da noch einige während den Stunden verfasste Handzettelchen. Nicht, dass die Zeiten durchwegs schön gewesen wären, aber sie waren weniger kompliziert und trotz allem fühlte ich mich aufgehoben und meinte der Welt noch einen Sinn geben zu können. Und nun; vergessen geglaubte Emotionen steigen in mir hoch und mischen sich mit der Gewissheit, dass die Reise im Strudel der Zeit immer weiter ins Unbekannte hinein führt und die damalige Zeit und ihre Gegebenheiten nur noch blosse Erinnerungsstücke bilden, die mehr und mehr zu verblassen drohen. Es ist die pure Verklärung der Jugendjahre und das hier ist das Anschreiben gegen die eigene Vergänglichkeit und der Versuch, etwas hinüberzuretten in die Unendlichkeit. Trotzdem steht über alledem die Gewissheit, das nichts bleibt, wie es ist. Einzig, die Landluft, die mir in der Stadt so fehlt, vermag ein Stück der damaligen Zeit zurückzubringen und in mir die tröstende Illusion zu wecken, dass «damals» noch greifbar wäre.

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