Monsieur Croche

2. Februar 2010

2 Comments

Das kapitalistische Laufrad

Anbei einige Textstellen und Notizen aus Michael Hampes’ Buch »Das vollkommene Leben«

Die Erwachsenen zerfallen in den nach Reichtum strebenden Gesellschaften also im Wesentlichen in zwei Gruppen: in die Gruppe derer, die den anderen das geld, das sie erwerben, durch Märchen über angeblich vorhandene Bedürfnisse und die Bedeutsamkeit bestimmter Güter a b n e h m e n möchte und sie, damit ihre Märchen geglaubt werden, unmündig halten will, und in die Gruppe derer, die unmündig gehalten werden und denen das Geld durch Erregung von Bedürfnissen und Verkauf von Gütern, die diese Bedürfnisse vermeintlich befriedigen, abgenommen wird. B e i d e Gruppen irren sich darüber, was ein glückliches Leben ausmacht.

— Michael Hampe »Das vollkommene Leben« S. 122

»Weil sich die Märkte immer schneller verändern, damit sich das Geld immer schneller vermehren kann, müssen die Menschen der modernen Reichtumsgesellschaften ihre Bedürfnisse und Identitäten ständig wechseln und vor allem ihre Lebenszeit so segmentieren, dass es ihnen unmöglich wird, Lebenspläne zu realisieren«

— Ebd. S. 123

»Von aussen betrachtet hat die auf den Reichtum ausgerichtete Lebensform etwas Absurdes, weil in ihr die Zirkulation von etwas Totem, dem Geld, den Ablauf von etwas Lebendigem, den Existenzen der Menschen, zu bestimmen scheint. Es ist, als wären die Menschen in diesen Gesellschaften in eine Maschine geraten, die nichts mit ihrem Glück zu tun hat, der sie sich jedoch, damit sie am Laufen bleibt, in ihrer Bedürfnisentwicklung und ihrem ganzen Lebensrhytmus anpassen müssen.
Darüber hinaus müssen in einer von diesem Irrtum geprägten Gesellschaft dauernd und massenhaft Güter produziert werden, die man an die unmündig Gehaltenen verkaufen kann, um sich ihr Geld anzueignen. Diese Massenproduktion, die nötig ist, wenn man sehr vielen Menschen etwas verkaufen will, schädigt, wie ebenfalls seit langem bekannt ist, die so genannten natürlichen Lebensgrundlagen des menschlichen (aber nicht nur des menschlichen) Lebens.«

— Ebd. S. 125

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2 Responses to Das kapitalistische Laufrad

  1. matü says:

    da war jemand zu lange im elfenbeinturm.

  2. Monsieur Croche says:

    Ja diese Gefahr besteht bei mir ;)

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