Das Billag-Gebührenmonster schlug zu
Bis vor einigen Tagen war «Billag» für mich nur ein abstrakter Begriff, den ich hin und da in den Medien aufgeschnappt, aber dem ich nicht wirklich Beachtung geschenkt hatte. Das war wie gesagt bis vor einigen Tagen so. Dann kam der Tag, an dem es gegen 8 Uhr abends plötzlich an der Türe klingelte . Draussen stand ein in dunkle Fetzen gehüllter Troll, der sich als Mitarbeiter von Billag zu erkennen gab. Ziemlich forsch und aufdringlich wollte dieser wissen ob es bei uns in der Wohnung einen Fernseher gäbe. Dass wir einen haben, gefiel ihm. Denn nun konnte er mich mit der unangenehmen Tatsache konfrontieren, dass wir 462.- zu entrichten hätten.
Natürlich wollte ich wissen weshalb und ob das nicht bereits durch die Mietnebenkosten gedeckt werde. Nein, gedeckt sei dies nicht und es sei für den Service Public, also für das Schweizer Fernsehen und Radio DRS. Das ärgerte mich ein wenig, zumal ich selten SF schaue und nie DRS höre. Verzweifelt versuchte ich irgendwie meinen Ärger über diese Umstände auszudrücken und fügte an, dass ich doch nicht für solchen Bockmist à la «1 gegen 100» oder «Deal or No Deal» bezahlen möchte. Half natürlich nichts. Von einem Beamten kann man kaum eine andere Antwort erwarten als «Das ist so im Gesetz festgeschrieben; jeder muss das bezahlen. Sie können auch nicht bezahlen, aber dann gibt es eine saftige Busse.»
Ich unterschrieb dann halt dem Typen und bezahlte wenig später auch brav diese verfickten 462.-. Glücklicherweise lebe ich in einer WG und konnte den Betrag durch 3 dividieren. Was aber wenn dieser Gebühreneintreiber mich aufgesucht hätte, als ich noch in Wald lebte und am Hungertuch nagte? Tja, auch dann hätte ich gemäss dem Typen die vollen 462.- abstottern müssen, denn für Studis oder sonst arme Leute gibt es keine Reduktion. Egal ob jemand 10’000 oder 1’000 Franken monatlich verdient; er muss 462.- entrichten.
Irgendwie finde ich das ziemlich beschissen. Klar, der Service Public ist wohl schon eine gute Sache und so, aber als nicht sonderlich gut verdienender Studi würde ich lieber auf diesen Service verzichten, als jährlich 462.- für die Glotze und den nicht vorhandenen Radio zusammenkratzen zu müssen. Daher scheint mir die Volksinitiative «Bye Bye Billag» eine ziemlich gute Sache zu sein. Käme die Initiative durch müsste eine Studi oder ein AHV/IV-Bezüger nur noch 50.- statt deren 462.- berappen. Dies scheint mir fair und richtig zu sein und deshalb werde ich den Fortgang dieser Volksinitiative mit Interesse verfolgen.
«Radio- und Fernsehgebühren: 200 Franken sind genug» ist eine alternative Petition, die ebenfalls meine Sympathie geniesst.
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7 Responses to Das Billag-Gebührenmonster schlug zu
Da geben die sogar an, an wen Du Dich wenden kannst, wenn Dir die SRG-Programme nicht gefallen:
http://www.billag.ch/web/de/fragen_und_antworten/befreiung.html
….. wie du richtig bemerkt hast, die von der BILLAG gehören einer eher niederen gattung der trolle an und sind somit nicht verbeamtet, sprich keine beamten, und verfügen somit auch über keinerlei befugnisse unerlaubt in die wohnung zu kommen, noch hat ihnen gegenüber keinerlei auskunftspflicht, wenn so ein troll also was wissen will, was ned freiwillig sagen mag, so müssen sie die polizei zuziehen…..
….. zur höhe der gebühr sage ich jetzt nichts, aber eben, es is’ eine gebühr und somit festgelegt, es is’ keine steuer, deren höhe ja von gewissen faktoren abhängig gemacht is’…..
….. meines wissens sind berentete von der gebühr befreit, sprich AHV-ler und IV-bezüger, sozialhilfe-bezüger jedoch nicht, was diesen zumeist ein grosses loch in den geldsäckel reisst…..
….. über die qualität der sendungen unseres “staats-senders” schweige ich mich an dieser stelle aus…..
@Titus: Ja das ist ziemlich spassig…ich nehme an solche “Beschwerden” werden beim SF im digitalen Papierkorb landen und nicht wirklich etwas bewirken hehe
@Kopfchaos: Ich dachte mir auch einen Moment lang, dass ich dem Typen sicherlich keine Auskunft geben werde, aber irgendwie roch das alles so ziemlich nach rechtlichen Problemen, die da sonst auf mich zukommen würden und deshalb gab ich mürrisch Auskunft…
die gebühren werden pro kopf erhoben und gelten nicht als steuern, denn steuern hätten sich nach den wirtschaftlichen verhältnissen zu richten. hohe einkommen müssten dann mehr zahlen als niedrigere. solche beispiele welche das besteuerungsprinzip nach den wirtschaftlichen verhältnissen aufweichen findet man auch in andern bereichen.
@phono: hier liegt ja genau das problem. es ist für einen, der 10’000.- im monat verdient kein problem eben mal 462.- hinzublättern. jemand der aber nur 2’000 hat muss sich diesen betrag zusammenkratzen und deshalb sollte nicht einfach per se pro kopf erhoben werden, sondern es sollten auch die finanziellen verältnisse der zahlungspflichtigen beachtet werden.
Darf ich schnell was nachfragen?
Musstest Du denn keine Busse bezahlen, weil ihr das TV Gerät nicht angemeldet hattet?
Nein. Musste einfach nachzahlen. Habe dem Typen erzählt, dass ich nichts davon gewusst hätte und dass mir das neu sei