Monsieur Croche

17. Oktober 2009

23 Comments

Arbeiten für Corris: Kein leicht verdientes Geld

“Hey sorry, hesch schnell en Moment Ziit für Chinder ide dritte Wält?” – du kennst diese Szene sicherlich. In letzter Zeit trifft man überall in grossen Städten, in der Nähe von Bahnhöfen, auf sogenannte Dialoger. Sie wollen dich davon überzeugen, eine Kinderpatenschaft zu übernehmen, für den WWF zu spenden oder einen Regenschirm zu kaufen. Je nach dem wie du dazu stehst, übernimmst du eine Patenschaft, erklärst zerknirscht, dass du keinen Schirm möchtest, da der prasselnde Regen ja schön mache oder du herrscht sie an, dass sie dich in Ruhe lassen sollen. Über die Dialoger denkst du aber nicht nach. Wer sind sie? Machen sie diesen Job gerne? Ist die Arbeit spannend?

Zeit einmal die Perspektive zu wechseln. Die Dialoger sind meist Studenten oder Gymnasialabgänger, die ein Zwischenjahr einlegen und ein wenig Geld verdienen möchten. Anders als man vermuten könnte, arbeiten sie nicht für den WWF, Terre des hommes oder eine sonstigen Organisation. Nein, angestellt werden sie von der Corris AG, welche für die Organisationen sogenanntes Fundraising betreibt – also auf die Jagd nach Spendengelder geht. Wer nun aber denkt, dass Corris ein Gutmenschenunternehmen sei, der täuscht sich. Das Gegenteil ist der Fall: Auch bei der Fundraising-Agenturen regiert das Prinzip der Wirtschaftlichkeit und so ist die Bezahlung schlecht, die Arbeit hart und wer seine Quote nicht liefert, fliegt raus oder wird rausgeekelt.

Ein Besuch bei Corris

Das, was ich bisher über Corris gehört habe, machte mich neugierig. Ich wollte mehr wissen und bewarb mich auf deren Webseite, woraufhin ich prompt zu einem Vorstellungsmorgen eingeladen wurde. Das war letzten Donnerstag. An diesem Tag sass ich gespannt im 4er-Tram Richtung Werdhölzli und fragte mich, was Corris so über den Job zu sagen hat. Wird er beschönigt? Was sagen sie über die Quoten? Und über die Kündigungen? Wenig später sass ich im achten Stock eines Wohnblocks zusammen mit gut 30 anderen jungen Leuten in einem tristen Raum. Zwei Tische, vier bestuhlte Reihen und ein Beamer. Es geht los. Eine junge Frau tritt vor uns und stellt sich als Kim vor. Sie sei Mathematikdoktorandin und schon seit 2002 bei Corris mit dabei. Sie spricht zackig und bestimmt, wirkt routiniert und abgebrüht. Gleich zu Beginn stellt sie klar, dass Corris keine NPO, sondern ein profitorientiertes Unternehmen ist. “Das, was wir tun, ist ein Mittel zum Zweck”. Wohl ein Schlag vor den Kopf für einige Idealisten im Raum.

Kim fährt fort und spult ihre Präsentation herunter. Was man von Dialogern erwartet: Sehr gute Vorbereitung, seriöses Auftreten und Flexibilität. Spenden gesammelt wird in Teams. Und ab und zu komme jemand vorbei, um sich zu erkundigen, wie es läuft und motiviere gegebenenfalls. Dass motivieren ein schöngeredeter Ausdruck für Druck machen ist, erzählt Kim nicht. Doch dazu ebenfalls später. Gearbeitet werde brutto von 10-19 Uhr, wobei man zusätzlich mit zwei Stunden Anfahrtsweg rechnen müsse. Zwei Stunden, da der Einsatzort je nach dem in Thun, in Bern oder in Luzern liegt. Der Anfahrtsweg wird von Zürich aus berechnet. Faktisch ist man also von 9-20 Uhr für Corris unterwegs. Wohnt man an einem abgelegenen Ort, kann es dann schonmal 8-21 Uhr werden.

Nun spricht Kim über das Ziel der Arbeit. 40 Förderer pro Woche sei das Ziel. D.h. 8 pro Tag. “Es wird einer der strengsten Jobs sein, den ihr je machen werdet”, streut sie salopp ein. Im Raum hat dabei kaum jemand begriffen, dass dieser kurz eingestreute Satz mehr als ernst gemeint ist.

Kim, die uns durch den Infomorgen führte, machte uns klar, dass wir täglich 8 Förderer gewinnen müssten. Vielen im Raum schien aber nicht klar zu sein, dass dies ziemlich viel ist. Zudem blieb die Frage offen, was geschieht, wenn man dieses Ziel nicht erreicht. Offenkundig fragte ich, was passieren würde, falls ich das Ziel mehrere Tage hintereinander nicht erreiche. Kim blieb vage. Konsequenzen habe es keine, “aber du wirst dir dann vielleicht überlegen, ob es dir den Aufwand wert ist”, orakelte sie. Ein Hinweis darauf, dass man einfach hinausgemobbt wird?

Nach einigen sonstigen Erklärungen kam Kim letztlich auf das Lohnsystem zu sprechen. Im Raum stieg der Geräuschpegel. Täglich verdiene man 150.- brutto. Das sei aber nicht alles – es gäbe nämlich ein attraktives Bonussystem (Siehe Tabelle ganz unten). Sie rechnete etwas vor und meinte dann, dass man so locker 4000.- im Monat verdienen könne1. Offen bleibt, ob man die Arbeit als Dialoger bei Corris überhaupt einen Monat lang durchhält oder warum erhält man wohl sonst am Ende des Monats eine Treueprämie in Höhe von 850.-? Darüber hinaus erwähnte Kim gar nicht erst, dass man mindestens fünf Förderer pro Tag finden muss, um überhaupt in den Genuss eines Bonus zu kommen.

Nachdem Kim ihre Ausführungen über das Lohnsystem beendet hatte, stellte sie die im Raum anwesenden Teilnehmer vor die Wahl: “Wer den Job nicht machen will, kann sich jetzt bei mir abmelden”. Ein anderer Teilnehmer und ich waren die Einzigen, die von dieser Möglichkeit Gebrauch machten. Der Andere hatte bemerkt, dass da was faul ist: “8 Förderer pro Tag ist recht viel. Ausserdem arbeitet man lange und hat einen beschissenen Grundlohn”. Die im Raum verbliebenen schien das nicht weiter zu stören oder sie nahmen es halt in Kauf.

Erfahrungen eines Kollegen

Max (20) hat diesen Sommer das Gymnasium abgeschlossen und wollte sich mit einem Job seine geplanten Reisen finanzieren. Dann stiess er im Internet auf Corris und wurde von den in Ausschau gestellten Verdienstmöglichkeiten in Höhe von 4500 Franken angezogen. Er bewarb sich, durchlief denselben Rekrutierungsmorgen wie ich und wurde schliesslich als Tagesdialoger eingestellt.

Er freute sich über eine scheinbar attraktive Verdienstmöglichkeit. Seine Freude währte jedoch nicht lange. Bereits am ersten Tag wurde ihm klar, dass er einen Knochenjob gefasst hatte. Um 7.40 verliess er Wald und traf um 8.30 in Zürich ein – der Treffpunkt seines Teams. Mit dem Zug ging es weiter nach Luzern. Ankunft 10 Uhr. Stand aufstellen, mit der Arbeit beginnen und Leute ansprechen. Max tat das, was man ihm am Einführungstag eintrichterte: Jede Minute eine Person ansprechen. 9 Stunden später, um 19 Uhr folgte die grosse Ernüchterung. Max konnte gerade einmal zwei Förderer gewinnen. Niedergeschlagen machte er sich auf den Nachhauseweg. Vor 21 Uhr sollte er nicht zu Hause sein.

Die folgenden Tage förderten ausser weiterem Frust nichts Neues zu Tage. Max konnte seine Quote nicht wesentlich steigern, obschon er eloquent ist und es versteht auf die Leute zuzugehen. In Maxs’ Gruppe sank langsam die Zuversicht, denn auch seine Teamkollegen konnten keine besseren Quoten verzeichnen. In solchen Situationen sollte gemäss Kim ein sogenannter Koordinator die Gruppe wieder motivieren. “Roger, der Koordinator, war aber nie zur Stelle, falls man ihn brauchte”, erzählt Max. Auf Telefonanrufe reagierte er nicht. Er schrieb einzig gehässige SMS.

Nach einer Woche harter Arbeit draussen in Wind und Wetter begann Max sich langsam Gedanken zu machen, ob er diesen Job noch lange weitermachen will. Er blieb trotzdem motiviert und gab sich Mühe. Um 18.30 erhielt er von Roger ein SMS: “Wie läuft’s?” Max antwortete ihm: “Sandra 1, Valon 2, Ich 0″. Rogers’ Antwort kam prompt: “Wollt ihr mich verarschen?! Macht bis 19.30 weiter!”. Das war zu viel und brachte Maxs’ Kragen zum Platzen. Um 19.15 schrieb er Roger, dass sie nun auf dem Nachhauseweg seien und er kündigen wolle. An Arroganz kaum zu übertreffen antwortete Roger lapidar: “Ja. Ist besser so.”.

Max war zuerst einmal froh, dass er sich diese Plackerei nicht mehr antun muss und gönnte sich ein erholsames Wochenende. Montags erkundigte er sich bei seiner ehemaligen Teamkollegin Sandra, wie es denn so laufe. Sie sei auch nicht mehr dabei, antwortete diese. Man drohte ihr: “Wenn du in den nächsten Tagen nicht fünf Förderer im Schnitt findest, bist du draussen!”. Das habe ihr gereicht, denn so lasse sie nicht mit sich umspringen.

Fazit

  1. Ist die Bezahlung schlecht. Gemäss Corris’ Darstellungen beträgt die Nettoarbeitszeit 7 Stunden. Dies ergibt einen Bruttostundensatz in Höhe von 21.42. Wer in einem Supermarkt Getränkeregale auffüllt, verdient besser. Ein Magaziner muss jedoch nicht draussen bei Wind und Wetter arbeiten, hat keinen vierstündigen Arbeitsweg zurückzulegen und muss keine umständlichen Verkaufsgespräche führen.
  2. Zwar arbeitete Max effektiv nur 7 Stunden, jedoch musste er jeweils von Zürich aus nach Bern, Thun oder Luzern fahren. Der Arbeitsweg kann unter Umständen also enorm lange sein.
  3. Die Koordinatoren setzen die Dialoger unter Druck. Wer keine rentablen Quoten liefert, wird nahe gelegt zu gehen, oder ihm wird gekündigt.
  4. Den Bewerbern wird die Stelle in der Anzeige mit einem hohen Gehalt (4500.-) schmackhaft gemacht. Es wird jedoch nirgends darauf hingewiesen, wie schwer es ist, Förderer zu finden. Wie hoch der Durchschnitt an täglich gewonnenen Förderern pro Person ist, wird nicht erwähnt. Kim erwähnt lediglich kurz, dass der Job hart sei. Ein junger Mensch, dem 4500.- pro Monat in Aussicht gestellt werden, überhört dies jedoch rasch.

Corris ist in einem Umfeld sich hart konkurrierender Fundraising-Agenturen tätig. Gemäss eigenen Angaben bekommt Corris von einer NPO wie dem WWF 800.- Franken pro Dialoger und Arbeitstag. Corris muss davon den Lohn des Dialogers, die Administration, das Standmaterial, Platzgebühren usw. berappen. Gemäss Corris liege die Gewinnmarge letztlich bei etwas mehr als 2%. Nun wird auch ersichtlich, weshalb jemand geschmissen wird, der seine Quoten nicht liefert.

Punkteliste

[Auszug aus dem Corris-Arbeitsvertrag, der mir vorliegt] Der Mindestbeitrag und die Zahlungsintervalle sind je nach Kampagne unterschiedlich. Ausschlaggebend für die Punktevergabe sind die Zahlungsintervalle auf dem Förderformular der jeweiligen Organisation. Einzahlungsscheine geben keine Punkte, auch wenn diese laut Formular angeboten werden.

Zahlungsintervall Betrag ab CHF (pro Jahr) Punktewert für LSV/DD
jährlich Mindestbeitrag 1
jährlich 120 1.5
jährlich 240 2
jährlich 360 2.5
halbjährlich 120 1
halbjährlich 240 1.5
halbjährlich 360 2
vierteljährlich 240 1.5
vierteljährlich 360 2
monatlich 120 1
monatlich 240 1.5
monatlich 360 2

Bonustabelle

Punkte Bonus CHF Punkte Bonus CHF Punkte Bonus CHF
5 30 11 160 17 275
6 70 12 200 ab 18 290
7 90 13 215
8 105 14 230
9 115 15 245
10 135 16 260

Halbe Punkte werden ausbezahlt. Sämtliche angeführten Bonusbeträge beinhalten die Ferienentschädigung in der Höhe von 10% und sind Bruttoerträge

Fussnoten

1) Kims’ Rechnung: 20*150=3000.- plus einen Treuebonus, der alle 20 Tage ausbezahlt wird in Höhe von 850.- und noch Boni = 4000.-

This entry was posted in Leben and tagged , , , , , , , . Bookmark the permalink.

23 Responses to Arbeiten für Corris: Kein leicht verdientes Geld

  1. andi geil says:

    nice bericht. super! das mit dem, dazu später mehr würde ich unterlassen, besonders zwei mal. aber sonst gefällts mir super!

    mach weiter so auf bald

  2. Silvan says:

    Meine Erfahrungen decken sich sehr mit deinen. Mir wurde nach etwas mehr als 2 Wochen ebenfalls klar gemacht, dass ich besser gehen sollte, weil ich einfach “zu nett” sei und nicht rentieren würde…

  3. Sophia says:

    Vielen Dank für diesen ausführlichen Bericht. Habe mich ebenfalls für einen Infotag angemeldet und werde nun seeeehr skeptisch an die Sache herangehen.

  4. Monsieur Croche says:

    Gern geschehen :) Bin gespannt, ob es sich in der Zwischenzeit bei Corris ein wenig geändert hat oder ob es immer noch so ist wie bei mir. Kannst mir ja, falls du möchtest, hier kurz berichten.

  5. julia says:

    Geändert hat sich überhaupt nichts. Ich war bei Corris angestellt und “durfte” schon nach dem dritten Arbeitstag gehen, da ich die Quote nicht erreicht habe. Unterschrieben hatte ich einen Zwei-Wochen-Vertrag, aber mir war nach dem zweiten Tag bereits klar, dass ich den Job nicht länger machen wollte und konnte.

    • Monsieur Croche says:

      Hat man dir denn gekündigt oder einfach nahe gelegt zu gehen? Einer Bekannten wurde eben bereits nach zwei Tagen gekündigt, weil sie die Quote nicht brachte…

      • julia says:

        Im gegenseitigen Einverständnis gekündigt, könnte man sagen. Sie haben mir bereits am ersten Tag ein Ultimatum gestellt. Wenn ich am zweiten Tag keine bessere Quote liefere und am dritten Tag nicht mindestens fünf Leute schreibe bin ich draussen, hiess es.

  6. Sandra says:

    Habe bald ein Vorstellungstermin niemt mich ja wunder eie es wird ;) werde euch dan berichten der typ am telefon hat zwar sehr freundlich geklunen

  7. Sepp says:

    Ich bin regelmässiger Spender verschiedener bei “www.corris.ch” aufgeführter Kunden. Ich wohne auf dem Lande und hatte deshalb noch nie Kontakt mit Standaktionen. – Durch meine Zeitung wurde ich auf corris aufmerksam, habe gegugelt und Ihren wertvollen Bericht gelesen! Zwar spende ich direkt an die Hilfswerke, ich werde trotzdem meine Spenden einstellen und die Hilfswerke darüber informieren.

  8. Monsieur Croche says:

    Guten Tag Sepp. Vielen Dank für ihren Kommentar! Ist der Artikel in ihrer Zeitung online zugänglich? Es würde mich interessieren, was ihre Zeitung darüber geschrieben hat. Es lag zwar nicht in meiner Absicht, den Hilfswerken durch meinen Bericht Spender abzujagen. Vielmehr wollte ich andere junge Leute darauf aufmerksam machen, dass dieser Job als “Dialoger” hart ist und man nicht so easy 4500.- verdient, wie es Corris in ihren Inseraten vorgibt.

    • Sepp says:

      Guten Morgen Monsieur Croche
      Der Zeitungsartikel “Wo Amnesty draufsteht, ist Corris drin” findet sich in der Aargauerzeitung von gestern Montag, den 3. Oktober 2011 Seite 4 oben mit Bild (Inlandteil). Für uns Abonnenten ist der Artikel online zugänglich.
      Ich finde, die Hilfswerke dürfen wissen, was der Spender zu “Fundraising” denkt, und weshalb er nicht mehr spendet. Das Spendengeld soll meiner Meinung nach den Projekten zustehen und nicht den Profitorganisationen. Da bin ich kompromisslos.

      • Neena says:

        Lieber Sepp
        Ich finde es sehr schade, wie Sie auf die Artikel über Corris reagieren. Ich selbst arbeite als Dialogerin und kann zwar bestätigen, dass der Job hart ist und sich nun halt nicht jeder dazu eignet. Allerdings gibt es durchaus Sonnenseiten: Ich habe zum Beispiel noch nie mit einem Corris-Mitarbeiter (Vorstellungstag, Dialoger, Koordinator) gesprochen, denn ich nicht als absolut offen, freundlich und fair empfand.
        Nun aber zu deinem letzten Beitrag. Natürlich werden wir Dialoger bezahlt, sonst würde niemand diesen Job machen. Es sind jedoch nicht Spendengelder die wir bekommen GERADE WEIL wir nicht direkt bei den NPOs angestellt sind. Die NPOs investieren einen Teil der Spendengelder in Corris, da sie davon ausgehen können, dass wir Dialoger diesen Betrag um ein Vielfaches wieder einholen. Ein Beispiel: WWF bezahl für einen Dialoger 800.- pro Tag. Dieser schreibt fünf (Minimum) neue Mitglieder mit Jahresbeiträgen zwischen 100.- und 600.-, also etwa 350 x 5 = 1’750.- Wenn du jetzt bedenkst das die Hälfte dieser Spender über ein Jahr, einige vielleich sogar 5 bis 10 Jahre dabei bleiben rechnet sich das auf 6’500.- die ein dialoger pro Tag einnimmt. Minus die 800.- bleiben noch 5’700.- welche WWF für Projekte einsetzen kann. Also eigentlich völlig legitim und für die Spender erfreulich, da sich dadurch auch ihr Beitrag irgedwie vergrössert.
        Ich hoffe das leuchtet einigermassen ein, denn Corris empfinde ich persönlich (gut möglich, dass es bei andern nicht so war) als sehr angenehmer Arbeitgeber und ich fände es schade, wenn durch falsche Folgerungen sein Ruf schaden nehmen würde.
        Mit freundlichen Grüssen

        • Sepp says:

          Hallo Neena

          Wenn ich eine Spende leisten will, so unterstütze ich gerne eine Institution, welche möglichst wenig administrativen Aufwand betreibt, wo ich erwarten kann, dass mein hart verdientes Geld möglichst vollumfänglich in meinem gewünschten Projekt ankommt. Als ehemaliger kirchlicher Mitarbeiter habe ich aus Erfahrung in solchen (kirchlichen) Dienstleistern vertrauen und kann ein mir gefälliges Projekt aussuchen. Zudem gibt es für spendenwillige auch genügend private Projekte, wo Gratisarbeit geleistet wird. Dazu muss man nur mit offenen Augen und Ohren durch die Welt gehen.

          Als Familienvater steht mir ein kleiner jährlicher Spendenbetrag zur Verfügung, welchen ich zusätzlich noch an verschiedene Institutionen vergeben will. Es ist deshalb sinnlos damit einen “Zwischenhändler” wie Corris zu finanzieren! Den Anspruch von grossen Spenden wie sie corris erwartet, finde ich eine unerhörte Frechheit.

          Die Kunden von Corris müssen selber beurteilen, ob für sie Aufwand und Ertrag stimmen. Ich jedenfalls habe meine Adresse bei drei Corris-Kunden löschen lassen.

          Freundliche Grüsse

  9. david says:

    habe von corris auch nur schlechtes gehört… und es muss ja wohl dem zu folge auch was dran sein. monsieur croche… kennt jemand von euch wesser&partner? kenne welche die dort arbeiten und höre nur gutes… die gehen von tür zu tür.

    gruss

    • Monsieur Croche says:

      Von Wesser&Partner habe ich zwar mal gehört, aber nichts Negatives. Kann dir deshalb auch nicht mehr darüber Auskunft geben.

  10. Raphy says:

    Habe jetzt auch eine Woche bei Corris gearbeitet und dann gekündigt. Dieser Druck, täglich mindestens 5 Personen zu Mitgliedschaften resp. Spenden zu überreden (fast nie gibt es Personen, welche schon bei der ersten Frage zur Spendenbereitschaft mit ja antworten; deshalb kann man definitiv von überreden/manipulieren sprechen) fand ich sehr mühsam.

    Auch die vermeintlichen 7 Stunden Nettoarbeitszeit pro Tag waren in meinem Fall sehr vage. Am Standplatz, wo man arbeitet, steht man meist von 10.00-19.00 d.h 9 Stunden, wovon einem noch 2 Stunden Mittag zustehen würden. Effektiv wurde ich dann aber vom Teamleiter so gestresst, dass es für höchstens 30min Mittag reichte, wenn überhaupt.

    Gruss

    P.s. Indirekt zum Thema:
    http://www.gesundheitstipp.ch/themen/beitrag/1012911/Umstrittene_Sammel-Methode

    In diesem Artikel kritisiert die damalige Geschäftsleiterin des Konsumentenschutzes (SKS) scharf die agressive Art von Corris an Spenden zu gelangen (6.letzter Abschnitt). Mittlerweile ist auch der SKS selber bei Corris. Spricht nicht gerade für sich.

    • Monsieur Croche says:

      Danke für deinen Kommentar! Darf ich fragen: Hast du dich vorweg über Corris im Internet erkundigt? Bist du von der Sache fest enttäuscht?

  11. Shithappens says:

    Ich gebe zu das es kein Job ist der jeder machen kann! Aber ich arbeite sehr lange bei Corris und kann nur sagen es ist eine super firma mit super leute darum würde ich einfach sagen, wenn es jemand nicht kann dann kann er es halt nicht und ist nicht Corris schuld! Und das mit dem agresiven spenden sammeln das sehe ich überhaupt nicht so!

    • Monsieur Croche says:

      Viele stellen sich den Job aber zu einfach vor; v.a. wenn sie mit dem Versprechen von bis zu 4500.- gelockt werden. Ich weiss ja nicht, wie du es siehst, aber ich höre immer wieder von Druck von Vorgesetzten und viele steigen nach etwas mehr als einer Woche aus, weil sie einfach “verheizt” werden.

      Du scheinst tatsächlich mit Talent gesegnet zu sein und bist richtig in diesem Job; Gratulation!

      Der Sinn meines Posts ist, andere, die vielleicht weniger talentiert sind als du, auf die Tücken des Jobs aufmerksam zu machen.

  12. psst says:

    ich empfehle euch allen die mal bei corris waren… wechselt zu wesser & partner. man hat 3 wochen probezeit. man wird nicht gestresst und man geht von tür zu tür und arbeitet daher alleine. 7h arbeitszeit inkl. 2h mittagszeit. man hat keine zugspesen, keine wg-spesen und das auto wird auch zur verfügung gestellt. meistens immer sehr coole teamchefs.der lohn ergibt sich aus deinem wochenumsatz den du gesammelt hast, deiner lsv-quote und deiner zahlungsquote. um die 20.- pro stunde hat man wirklich IMMER! man müsste schon den ganzen tag chillen um nicht den stundenlohn zubekommen…

    cheers

  13. psst says:

    ach und ja… die welche gut schreiben… klar … gefällt ihnen der corrisjob und klar man muss quasi keinen überreden fürs spenden weil man das halt irgendwie kann (talent oder so) bei wesser wird man nicht nach 2-3 gespickt. auch die welche weniger gut/viel schreiben können weiter arbeiten.

  14. Sara says:

    Ich habe selbst ein halbes Jahr bei Corris gearbeitet und werde diesen Montag wieder anfangen.
    Wie schon gesagt wurde: es ist kein Job für jeden. Und ich verstehe auch diejenigen die sauer auf Corris sind die nach 2 tagen die Kündigung bekamen. Aber es lohnt sich halt für die NPO’s und Corris nicht, wenn man Leute bezahlt die, die gewünsten Leistungen nicht erbringen. Weil Corris muss den NPO’s natürlich die erforderten Zahlen abliefern damit diese nicht abspringen.
    Für die NPO’s lohnt es sich sehr eine Foundraising Agentur anzustellen, Gründe dafür:
    1. Sie müssen keine Leute suchen die das machen wollen
    2. Sie müssen die Leute nicht Schulen
    3. Sie müssen keine Standplätze organisieren
    4. Sie müssen keine Kordinatoren einstellen
    und und und
    selbst das Callcenter wird von vielen Organisationen an Corris übergeben, da sie selbst keine Zeit und nicht genügend Leute dafür haben!

    Heisst im ganzen: Sie Sparen so viel Zeit und Geld, weches sie in Ihre eigenen Projekte investieren können, wenn sich eine andere Firma um die Spendensuche kümmert.
    Stell dir vor kleine Organisationen die fast kein Mensch kennt würde selbst Dialoger suchen? Wer würde sich dann melden wenn man sie ja nicht kennt!

    Nochmal zur Arbeit bei Corris: Klar ist es am Anfang streng, aber sobald man drinn ist, ist es eigentlich ziemlich leicht seine 5 Leute ohne grosse Mühe zu Erzielen. Man muss einfach Spass an der Arbeit haben und sich selbst nicht immer unter Druck setzen. Es ist eine tolle Erfahrung und ich habe in dieser Zeit sehr viel gelernt. Merke ich selbst bei Diskusionnen: meine kollegen haben keine Chance mehr gegen mich ;)

    Wer ohne Vorurteile an diesen Job ran geht kann sehr viel erreichen. Und der Lohn ist scheisse klar :D aber dafür kannst du eine tolle Zeit haben und Freunde fürs leben gewinnen.

    Seht doch nicht immer alles so negativ

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>