StatusAngst
Alain de Botton
Fischer, 2004
332 Seiten, gebunden
ISBN 978-3100463203
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Die Sucht nach Anerkennung und Ehrfurcht existiert mindestens schon seit der Antike. Und auch mich hat sie nicht verschon – immer mal wieder ertappe ich mich dabei, wie ich andere um deren Besitz und Erfolg beneide. Die Frage nach dem Warum stelle ich mir im Alltag hingegen nur selten. So ist es nur gut und billig, dass sich einer einmal vertieft mit den Ursachen der Statusangst, dem Neid und der Unsicherheit auseinandergesetzt hat.
Alain de Botton führt den Leser in einem ersten Teil seines Grossessays StatusAngst durch unterschiedliche Epochen der Geschichte und zeigt, dass eines immer schon galt: Ein gesundes Bedürfnis nach Status vermag uns anzutreiben und weckt in uns die Schaffenskraft. Doch übertriebener Ehrgeiz und massloser Neid vergiften unser Gemüt und machen uns für uns selbst blind.
In einem zweiten Teil des Essays schildert de Botton unterschiedliche Bewältigungsformen, wie sie Philosophie, Kunst, Christentum oder die Bohème in Sachen Statusangst bieten. Besonders die in gewisser Weise demütigende Sichtweise des Christentums in Bezug auf den Tod relativiert den Sinn von allem und damit auch den Nutzen von Status:
Den Weisen, den König, den Eroberer,
Sie alle demütigt der Tod.
Warum die Mühsal für den Triumph der Stunde?
Mögen wir schwelgen in Reichtum und Ruhm,
Die Endstation der Erde lautet doch: »Hier ruhet er.«
Und »Staub zu Staub« beschliesst ihr hehrstes Lied.
— Edward Young (1742): Nachtgedanken
In Zeiten von Neid und Unbehagen rufe ich mir dies wieder in Erinnerung – es vermag mich auf den Boden der Tatsachen zurück zu bringen und ermöglicht mir eine klare Sicht auf die Dinge, die wirklich entscheidend sind.
Obschon einige Rezensenten de Bottons’ Buch zerrissen haben, las ich es gerne und konnte abschalten. StatusAngst ist Alltagsphilosophie und Lebenshilfe im Schongang. Es eignet sich gleichsam für Vielleser, wie auch für Lesemuffel, denn es liest sich sehr flüssig und wird immer wieder durch de Bottons lustige Anekdoten bereichert. Wer sich vom Buch eine Schritt für Schritt Anleitung beim Lösen seiner Statusängste erhofft, wird jedoch enttäuscht werden. Denn de Botton gibt nur Hilfestellungen. Um sein Leben zu ändern, muss der Leser weiterhin hart an sich selbst arbeiten.
Über den Autor
Alain de Botton wurde in 1969 in Zürich geboren und lebt nun in London. de Botton studierte Geschichte und Philosophie an der Universität Cambridge. Er ist Autor zahlreicher Essays, die im Bereich Alltagsphilosophie eingeordnet werden können. Seine Themen sind Liebe, Reisen, Architektur und Literatur. Seine Bücher waren bisher Bestseller in 30 Ländern.
Bewertung
Stil & Lesbarkeit: 





Nützlichkeit: 





Unterhaltungswert: 





Gesamteindruck: 





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