Neulich hatte ich das Glück, einer Flamenco-Vorstellung beiwohnen zu dürfen. Eine atemberaubende, wie gleichsam verstörende Vorstellung. Atemberaubend, da derart grazil und innig vorgetragen. Verstörend, da es eine dieser Erfahrungen war, die die Grundfesten meines Lebensentwurfes ins Wanken bringen. Die Konfrontation mit einer fernen, fremden und irgendwie doch vertrauten Kultur, die Konfrontation mit einem weitaus – dem Anschein nach – einfacher gestrickten Lebensentwurf, lässt mich am Meinigen zweifeln. Das Glück dieser tanzenden und singenden Menschen scheint unmittelbar in ihren Händen zu liegen. Um glücklich zu sein brauchen sie keinen materiellen Wohlstand, wie uns Werbeindustrie, ja wir uns selber täglich vormachen. Nun, ich frage mich: Ist der eingeschlagene Weg der Richtige? Erreiche ich auf diesem Weg das Glück, nach welchem ich als Vertreter meiner Generation ja per definitionem zu suchen verdammt bin? Oder sollte man die vorgegebenen Trampelpfade verlassen, die fixen Lebensentwürfe von Bord schmeissen und stattdessen einen wählen, der zwar keine Sicherheiten zu gewähren vermag, dafür aber Freiheiten? Es ist wohl die richtige Frage für einen Samstagabend, den es herumzuschlagen gilt – denn eine Antwort auf diese Frage lässt sich nicht so leicht finden.
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