Isch geb disch gleisch Rabattcode!

Liessen sich mit grossen Worten und eitlem Geschwätz viel Geld verdienen, dann könnte ich wohl  fortan in Rente gehe und mittels dieses Blogs meinen Lebensunterhalt bestreiten. Doch leider – und es ist wohl besser für die Welt – ist dem nicht so. Und darum drehe ich weiterhin Franken und Rappen zwei oder drei Mal um.

Ein armer und geschundener Student, so wie ich es bin, ist deshalb froh über jedwelche Zuwendung, Rabatt-Aktionen oder auch nur einen einfachen, dummen Gutschein, denn schliesslich möchte man sich hin und wieder auch die eine oder andere Kleinigkeit leisten: z. B. einen Eggmaster 3000, um sich ein Dreiminuteneier zu kochen oder einen Artikel aus der neusten Zalando Collection — und was käme da gelegener als ein madda-facking Zalando Gutschein?! Die Antwort: Nichts!! (Ausser vielleicht ein 6er im Lotto, doch dies ist wiederum eine andere Geschichte).

Und ratet mal: just diese Tage verteilt einer Rabattmarken für zalando.ch — ja ist denn das zu glauben, meine Damen und Herren?! Nein, da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich, aber es ist tatsächlich so: es gibt in der unserer Tage sogar noch etwas gratis zu reduzierten Preisen und zwar mit Hilfe der Rabattcodes, welche ihr bei den geilen Päulis von vouchermate.ch findet.

Jo Freunde! Checkt doch mal ganz unverbindlich diese Seite ab und profitiert von all den tollen, verrückten und abgefahrenen Möglichkeiten Geld zu sparen! Du bist kein eitler Modegeck und hast lieber Bücher als bunte Tücher? Einerlei! Auch hierfür ist Vouchermate dein Friendoe, denn schliesslich findest du dort auch Rabattcodes für buch.ch!

Nur betrunkene Revolutionäre sind richtige Revolutionäre

Derzeit suche ich mich in den Ereignissen rund um die russische Revolution von 1905 zu vertiefen und konsultiere daher das fürtreffliche Werk Anna Geifmans’ mit dem für sich sprechenden Namen Thou Shalt Kill. Ein soeben gelesener Abschnitt liess mich mehr als laut auflachen, in der ansonsten doch so stillen Bibliothek:

Das Problem des Alkoholismus unter russischen Extremisten wurde vorhersehbar durch die Umstände von Haft, Arbeitskolonien oder dem Leben im Exil erschwert : gemäss den Ausführungen eines Revolutionärs, war sein Leben von « pausenloser Trunkenheit » gekennzeichnet. In einer anschaulichen Szene über das Leben in Jakutsk, schildert er ein Trinkgelage unter einer Gruppe von 15 Radikalen : Über den ganzen Tag hinweg hatten sie gezecht, während ein Gruppenmitglied im Sterben lag — offenbar aufgrund einer Alkoholvergiftung. Als schliesslich der Arzt eintraf, fand er neben dem toten Körper eine bewusstlose Person liegen, während ein dritter Trunkenbold versuchte, seinem toten Kameraden eine weitere Runde einzuflössen.

Begegnung am Tresen

Ich mag die umtriebige Stimmung an abendlichen Bahnhöfen; in nächtlichen Intercity-Zügen, seitdem ich in Lausanne lebe, pendle ich des Öfteren zu dieser Zeit.

Intercity-Reisende unterscheiden sich vom gewöhnlichen, primitiven Pöbel, der in S-Bahn-Zügen reist. Während der S-Bahnreisende der normale, langweilige Mensch von nebenan ist: dieser Dilettant, der seinen Feierabend mit Fernsehen zubringt und es nie zu mehr als einem einfachen Angestellten bringen wird; ja während der S-Bahnreisende kein Leben hat und keine Geschichte zu erzählen hat, reisen in den Fernverkehrszügen jene Menschen mit einer Mission. Wer weiss schon, welchen Interessen und Mächten sie diesen: wer weiss schon, welche Abgründe sich hinter diesem dezent geschminkten Gesicht verbirgt?

Reise ich mit Intercity-Zügen, so fühle ich mich wie ein Mann auf einer Mission, dem die Sorgen des Alltags nichts anhaben können, da sie verglichen mit der Grösse seiner Aufgabe schlichtweg irrelevant erscheinen. Dieser Mann, der Frauen verschlingt, aufbraucht und sich dabei ihrer nicht einmal gewahr wird; sein Auftrag wiegt zu schwer, als dass er in ihnen mehr als zeitweilige Ablenkung sehen könnte.

Ich bin dieser Mann. Ich stehe an einem Tresen aus schwerem, dunklen Eichenholz in einem altehrwürdigen Zürcher Café und trinken einen Espresso. Ich sehe mich im grossen Spiegel in der Anrichte des Tresen stehen: die schwarze Lederjacke steht mir gut und ich sehe in gewisser Weise furchteinflössend aus, mit dem orientalischen Bart- und Haarschnitt, den mir der Barbier meines Vertrauens geschnitten hat — auf jeden Fall sehe ich wie ein Mann mit einer Mission aus.

Vereinzelt nippe ich an meiner Tasse, bin in Gedanken versunken; bereite mich auf das vor, was zu kommen hat — noch 15 Minuten bis der Zug geht. Ich bin in Gedanken, doch ich nehme meine Umgebung dennoch war: die Blicke des schlanken, hoch gewachsenen Model-Veschnitts zu meiner Rechten. Versteckte, heimliche Blicke, die sich vor dem geschulten Auge genau so wenig zu verstecken vermögen, wie die Feldhäsin vor dem Sperber.

Ich kenne dieses Spiel zur Genüge. Es langweilt mich und ich bezahle. Auf die Quittung kritzle ich etwas und falte sie unsorgfältig. Im Vorbeigehen stecke ich sie der Eitlen zu. Sie kennt dieses Spiel zur Genüge. Triumphierend und hochnäsig nimmt sie das Zettelchen entgegen; öffnet es und … starrt mich entsetzt an — damit hätte sie nicht gerechnet: auf dem Zettelchen steht « No ». Ich trete ab.

Mode-Revolution. Oder: der Tod des Fjällrävens

Seil Marschall vs. Fjällräven Kånken

Vielen Revolutionen ist gemein, dass sie plötzlich, unvorhergesehen und gnadenlos auf dem Schlachtfeld der Geschichte auftauchen. Veränderungen der Mode erscheinen mir in einem ähnlichen Lichte und wenn ich hier darüber berichte, dann nur, um meine Verwunderung darüber Kund zu tun : nicht, dass ich ein eitler und besessener Modegeck wäre, aber als aufmerksamer Beobachter des Alltags konnte mir diese offensichtliche Veränderung gar nicht entgehen.

Es trug sich also jüngst an der Universität zu Lausanne eine eigenartige Veränderung im Mode-Geschmack meiner Kommilitonen zu : es war dies die Machtergreifung der Seil Marschall-Rucksäcke. Bis noch vor Kurzem galt die Universität als eine Hochburg Fjällräven Kånkens und kein Mann von Wort und Verstand hätte je daran gezweifelt, dass sich dies binnen Wochenfrist ändern könnte.

Wie so oft lehrt uns die Geschichte aber eines Besseren! Mir ist nach wie vor unklar, woher die Seil Marschall-Horden einfallen und woher Kommilitonen diese beziehen. Doch täglich steigt ihre Zahl und indes findet man vor den Toren der Universität, in Hörsälen und Toiletten überall aufgegebene und zerschlissene Kånken! Alle Anzeichen nähren also folglich den Schluss, dass der Fjällräven-Rucksack schon bald von der Mode-Revolution hinweggefegt sein wird!