Bald finden bei uns an der Uni wieder die Career Days statt. An jenen buhlen Unternehmen wie PWC, UBS oder Deloitte um talentierte Universitätsabgänger oder auch um “die Führungskräfte von morgen”, wie sie von den Finanzdienstleistern genannt werden.
Die Organisatoren des Networking-Happenings machen mit obigem Plakat auf ihren Anlass aufmerksam. Auf jenem sehen wir einen jungen und adretten Mann, gepflegter Haarschnitt und Massanzug, wie er beschwingt und fokussiert die Stufen der Karriereleiter erklimmt. Kraftvoll überspringt der Überflieger gar eine Stufe und ist, ehe man sich versieht, bald nicht mehr im Blickfeld der Kamera – so schnell sein Aufstieg.
Doch was ist er für ein Mensch, dieser junge und dynamische Mann, der vor uns so schwungvoll die Karriereleiter hoch tänzelt? Was sind seine Ambitionen? Worin besteht für ihn der Sinn des Lebens? Hat er in seiner Jugend gekifft? Und stellt er Konventionen in Frage? – Wir erfahren es nicht.
Dem Betrachter des Plakats bleibt einzig die Feststellung, dass der Überflieger sich keine Zeit lässt, zu beobachten, was um ihn herum ist. Die Landschaft, die Natur, der blaue Himmel – sie sind ihm egal. Denn gleichsam einem Maschinoiden sprintet er die Treppen hoch und in seiner Konzentration auf die nächste und die übernächste Stufe verengt sich sein Blickfeld auf die Form eines Tunnels.
Und was widerfährt dann dem Gipfelstürmer, wenn er aus unserem Blickwinkel verschwunden ist? Stolpert er? Gerät er plötzlich ausser Atem und kann nicht mehr? Oder stellt er oben angekommen fest, dass ihm die Aussicht dort gar nicht gefällt? Wir wissen es nicht, denn das Plakat lässt es offen.
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